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Preiserhöhungen: Gas und Strom werden deutlich teurer

Heidelberg. Die Kosten für Energie steigen weiter. Zahlreiche regionale Energieversorger haben für die kommenden Monate deutliche Preissteigerungen für Gas und Strom angekündigt. Ein Musterhaushalt in der Grundversorgung bezahlt bei einer Preiserhöhung durchschnittlich 305 Euro mehr für Gas und 91 Euro mehr für Strom.

Gaspreiswelle rollt durch Deutschland

Die Gaspreise steigen bundesweit steil an. Seit der zweiten Jahreshälfte haben 463 regionale Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 21 Prozent angekündigt oder ihre Preise bereits erhöht. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) bezahlt durchschnittlich 305 Euro mehr. Von den Gaspreiserhöhungen sind rund 3,9 Millionen Haushalte betroffen.

„Die Kosten für die Gasheizung erhöhen die Lebenshaltungskosten der Haushalte auch im kommenden Jahr deutlich“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Der steigende CO2-Preis, höherer Netzgebühren und historisch hohe Großhandelspreise zwingen die meisten Versorger derzeit dazu, ihre Preise zu erhöhen.“

CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe steigt weiter an

Zum Jahreswechsel 2021/2022 steigt die CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne. Im Jahr 2021 bezahlte ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) dafür 108 Euro, im kommenden Jahr sind es 130 Euro. Das entspricht Mehrkosten von 22 Euro. Zusätzlich erhöhen sich die Netzgebühren für Gas zum Jahreswechsel um rund 2 Prozent.

Großhandelspreise treiben Gaspreisentwicklung

An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise für Erdgas vervielfacht. Aktuell steht der Preis für eine Megawattstunde bei rund 91 Euro. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegt sich der Preis je Megawattstunde zwischen 10 und 25 Euro.

Strompreise: Keine Entlastung in Sicht

Bereits jetzt ist der Strompreis für Haushalte in Deutschland höher als nirgendwo sonst auf der Welt. Seit der zweiten Jahreshälfte haben 194 regionale Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7 Prozent angekündigt. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh (Drei-Personen-Haushalt) bezahlt dann durchschnittlich 91 Euro mehr. Von den Strompreiserhöhungen sind rund 1,5 Millionen Haushalte betroffen.

Im gleichen Zeitraum führen 22 regionale Stromversorger Strompreissenkungen von durchschnittlich 2,4 Prozent durch. Rund 0,9 Millionen Haushalte werden im Schnitt um 31 Euro entlastet.

„Deutschland bleibt wohl auch im kommenden Jahr Strompreisweltmeister. Die EEG-Umlage sinkt zwar deutlich, doch steigende Netzgebühren und hohe Beschaffungskosten sorgen weiterhin für Preisdruck“, sagt Energieexperte Thorsten Storck.

EEG-Umlage sinkt um knapp 3 Cent

Zum Jahreswechsel 2021/2022 sinkt die EEG-Umlage von 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde. Bezogen auf den aktuellen Strompreis wird ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh um rund 132 Euro entlastet. Gleichzeitig steigen die Netzgebühren für Strom steigen im kommenden Jahr im bundesweiten Durchschnitt um 4 Prozent an und erreichen ein neues Rekordniveau.

Strompreise im Großhandel im Höhenflug

An den Spotmärkten sind die Strompreise stark gestiegen. Aktuell steht der Preis für eine Megawattstunde für das kommende Jahr bei rund 131 Euro. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegt sich der Preis je Megawattstunde zwischen 35 und 55 Euro.

Methodik

Verivox hat die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Gas- und Strompreise der rund 700 örtlichen Gas- Grundversorger und der rund 800 örtlichen Strom-Grundversorger in Deutschland ausgewertet. Die betroffenen Haushalte wurden entsprechend der von der Bundesnetzagentur veröffentlichen Wechselquoten mengengewichtet ermittelt.

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